Folgendes auf der Website von Al Jazeera , dem "arabischen CNN" gefunden. Sichtweisen, von der anderen Seite des Zauns unserer Hegemonie; erinnert mich vom Zeichenstil ein bißchen an die "Peanuts"


SunTzu - am Donnerstag, 20. März 2003, 20:44
Die Spiegel-Tante hat den angeblich letzten medialen Windschatten ausgemacht, nachdem sich die Agenturen über die "neue Offenheit" in Chinas TV überschlagen: Kenia. "Krieg ist in Afrika eben alltäglicher als das Erreichen des Halbfinales im Cricket," berichtet Thilo Thielke, der garantiert einen schicken Tropenanzug trägt und über eine Sänfte verfügt, aber offensichtlich nie "Per Anhalter durch die Galaxis" gelesen hat, weil er sonst wüßte, dass Cricket die Mutter aller Roboter-Kriege ist.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,241335,00.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,241335,00.html
waldt - am Donnerstag, 20. März 2003, 20:23

Da bin ich aber beruhigt
SunTzu - am Donnerstag, 20. März 2003, 19:55

SunTzu - am Donnerstag, 20. März 2003, 19:34
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ist jetzt richtig in seinem Element und hält seine erste Kriegspressekonferenz: Die Jungs aus Basra und Umgebung sollen demnach am besten zuhause bleiben. Damit entfällt wohl der täglichen Spaziergang mit dem Öl-Fass. Oder dem Plutonium-Fass. So richtig sicher scheint das den Jungs vom Central Command nicht zu sein. Vielleicht sollten die Jungs aus Basra und Umgebung ihren Herd einfach mit Photoshop beheizen. Bei den Jungs vom Central Command scheint das ja super zu klappen.
http://www.centcom.mil/galleries/leaflets/Images/IZD-038.jpg
http://www.centcom.mil/galleries/leaflets/Images/IZD-072.jpg
waldt - am Donnerstag, 20. März 2003, 18:18
Man sollte meinen, es gäbe genug Bootcamps in Gottes eigenem Land, aber dem scheint nicht so zu sein: Die Site des Iraq Satellite Channel http://www.iraqtv.ws wurde gründlich modifiziert, obwohl die US-Regierung unlängst eindringlich vor "patiotischen Hacks" im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg gewarnt hat. Und ob das nicht unordentlich genug wäre, schießt der Defacer auch gleich gründlich übers Ziel hinaus und will die Irakis nicht nur vom guten Willen der USA überzeugen, sondern gleich auch noch zum Christentum bekehren.
Am Vormittag hatte der irakische Sat-TV-Channel nur noch ein Testbild über Eutelsat Hotbird 13 Grad Ost gesendet. Nur gelegentlich kamen Tonsignale durch. All das deutet auf einen gestörten oder ungenau ausgerichteten Uplink zu Eutelsat hin.
Am Vormittag hatte der irakische Sat-TV-Channel nur noch ein Testbild über Eutelsat Hotbird 13 Grad Ost gesendet. Nur gelegentlich kamen Tonsignale durch. All das deutet auf einen gestörten oder ungenau ausgerichteten Uplink zu Eutelsat hin.
waldt - am Donnerstag, 20. März 2003, 18:01
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SunTzu - am Donnerstag, 20. März 2003, 12:24
Das amerikanische Marinecorps trainiert ja bekanntlich mit Computerspielen taktische Kriegsführung. In 3d Shootern werden gepixelte Infanteristen am virtuellen Echtzeitschlachtfeld geführt. Nun ahmen die realen Marines ihren Trainingsavataren im Aussehen nach. Der moderne Leatherneck in der irakischen Wüste trägt gepixelte Texturen. Die neue Camouflage besteht aus computergenerierten Patterns. Zwecks besserer Tarnung, so das USMC.


SunTzu - am Donnerstag, 20. März 2003, 12:21
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Während der US-Angriffe auf Bagdad waren auf der Frequenz des irakischen Rundfunks angeblich der amerikanische Militär-Rundfunk in arabisch zu hören: "Das ist der Tag, auf den wir gewartet haben", wurde laut Reuters auf dieser Frequenz verbreitet. "Salam Pax", der einen Weblog direkt aus Bagdad betreibt, hat diese Meldung allerdings dementiert: "That didn't happen the 3 state broadcasters still operate", meldet "Salam Pax" um 4:40 Uhr [MEZ]. Die Desinformations-Welle hat begonnen.
http://dear_raed.blogspot.com/
http://dear_raed.blogspot.com/
waldt - am Donnerstag, 20. März 2003, 05:53
Nichts ist mehr so, wie man es einmal gewohnt war, heißt es nun ja auch schon paar Tage länger, aber eine Sache ist mir in der letzten Zeit aufgefallen, die mich wirklich wundert und verstört: Dass die Rechte den Begriff der Befreiung übernommen hat.
Zwar scheint „Kein Blut für Öl“ in der Friedensbewegung noch immer der beliebteste Slogan zu sein, und er ist ja auch catchy und leuchtet sofort ein, schließlich liegt im Irak so viel Öl unterm Sand und ein paar Mitglieder der US-Regierung kommen ja auch aus der Öl-Industrie. Aber ich glaube, dass er in die Irre führt. Dieser Krieg wird nicht um Öl geführt (höchstens ein bisschen). Es geht um Ideen.
Das ist ja eine der Sachen, die man der Rechten nicht zutraut (wenn ich jetzt Rechte sage, meine ich natürlich nicht Nazis sondern Rechte wie die Republikaner in den USA). Man denkt ja immer, der Rechten ginge es nur um die Macht, und was da nebenbei noch so an Ideen abfällt, das nimmt man gerne in Kauf oder tut in Diskussionen auch mal so, als ob es um andere Dinge gehen würde. Aber im Grunde, so geht zumindest das landläufige linke oder liberale Vorurteil, sind die Rechten korrupt und nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Ganz anders als die Linken, die vielleicht auch blöd und manchmal korrupt sind, denen es aber um die Weltverbesserung geht.
Das Neue an diesem Krieg scheint mir zu sein, dass dem nicht mehr so ist. Die Linke (fast die ganze Friedensbewegung jedenfalls) argumentiert in einem fort mit der Aufrechterhaltung des Status Quo, mit den unwägbaren Risiken, die so ein Krieg bedeuten könnte, mit dem Völkerrecht, damit, dass man nicht einfach so ein Land überfallen könne, damit, dass man pragmatisch sein müsse, damit, dass es Regeln gibt und dass man sich an diese Regeln halten müsse. Und die US-Regierung sagt, nein, wir halten uns nicht dran, wir müssen die ganze Region umgestalten, weil dieser Diktator und perspektivisch auch die anderen Diktatoren aus dem Amt gejagt gehören. Wir müssen dieses land befreien.
Wenn man sich Bush-Reden so anhört – etwa die State Of The Union-Adress, wo er sagte: „Wir bringen Opfer für die Freiheit von Fremden. Die Amerikaner sind ein freies Volk, das weiß, dass jeder Mensch das Recht auf Freiheit hat und Freiheit die Zukunft aller Nationen ist. Das ist nicht Amerikas Geschenk an die Welt, das ist Gottes Gabe an die Menschheit.“ – hat man das Gefühl, das sei so etwas wie eine Theologie der Befreiung von rechts.
Zwar scheint „Kein Blut für Öl“ in der Friedensbewegung noch immer der beliebteste Slogan zu sein, und er ist ja auch catchy und leuchtet sofort ein, schließlich liegt im Irak so viel Öl unterm Sand und ein paar Mitglieder der US-Regierung kommen ja auch aus der Öl-Industrie. Aber ich glaube, dass er in die Irre führt. Dieser Krieg wird nicht um Öl geführt (höchstens ein bisschen). Es geht um Ideen.
Das ist ja eine der Sachen, die man der Rechten nicht zutraut (wenn ich jetzt Rechte sage, meine ich natürlich nicht Nazis sondern Rechte wie die Republikaner in den USA). Man denkt ja immer, der Rechten ginge es nur um die Macht, und was da nebenbei noch so an Ideen abfällt, das nimmt man gerne in Kauf oder tut in Diskussionen auch mal so, als ob es um andere Dinge gehen würde. Aber im Grunde, so geht zumindest das landläufige linke oder liberale Vorurteil, sind die Rechten korrupt und nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Ganz anders als die Linken, die vielleicht auch blöd und manchmal korrupt sind, denen es aber um die Weltverbesserung geht.
Das Neue an diesem Krieg scheint mir zu sein, dass dem nicht mehr so ist. Die Linke (fast die ganze Friedensbewegung jedenfalls) argumentiert in einem fort mit der Aufrechterhaltung des Status Quo, mit den unwägbaren Risiken, die so ein Krieg bedeuten könnte, mit dem Völkerrecht, damit, dass man nicht einfach so ein Land überfallen könne, damit, dass man pragmatisch sein müsse, damit, dass es Regeln gibt und dass man sich an diese Regeln halten müsse. Und die US-Regierung sagt, nein, wir halten uns nicht dran, wir müssen die ganze Region umgestalten, weil dieser Diktator und perspektivisch auch die anderen Diktatoren aus dem Amt gejagt gehören. Wir müssen dieses land befreien.
Wenn man sich Bush-Reden so anhört – etwa die State Of The Union-Adress, wo er sagte: „Wir bringen Opfer für die Freiheit von Fremden. Die Amerikaner sind ein freies Volk, das weiß, dass jeder Mensch das Recht auf Freiheit hat und Freiheit die Zukunft aller Nationen ist. Das ist nicht Amerikas Geschenk an die Welt, das ist Gottes Gabe an die Menschheit.“ – hat man das Gefühl, das sei so etwas wie eine Theologie der Befreiung von rechts.
jefferson - am Mittwoch, 19. März 2003, 19:32